Erste Drückjagd der Roten

Also die allereste DJ für die Roten liegt hinter uns. Ich selber hatte mich diese Saison nicht um DJ-Einladungen für meine Hunde bemüht – Sancho wollte ich nicht nehmen wegen Herzproblem und weil er bei den letzten DJen immer weiter gejagt hatte und die Roten nicht weil ich 1. nicht wusste ob sie dafür so weit sind und 2. wegen der Sache mit dem Laut.

Die Einladung als hundeführender Treiber ging trotzdem an mich – auch als ich ehrlich meine Bedenken genannt hatte, blieb der Einladende bei seiner Einladung.

Wie kann man da wiederstehen?

Also sind wir gestern losgezogen Richtung Rennsteig bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und erträglich tiefer Pulverschneedecke. Ausgerüstet waren die Hunde mit Glockenhalsbändern und guten Sicherheitswesten – entweder dachten die Jäger „Joa is denn heit schoa Weihnachten?“ oder „Jetzt schicken die vom ADAC schon Mitarbeiter in den Wald.“ .. zumindest sahen meine Roten Renntiere danach aus

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Wir bekamen einen guten Platz zum drücken weit entfernt von Straßen, ganz oben um eine Bergkuppe herum sollten wir die Dickungen durchdrücken. Nun war ich wirklich gespannt wie meine Roten das wohl meistern würden. Seilen sie sich ab um entkoppelt von mir Wild zu hetzen? Sind sie eher faul und gehen nicht die gestrüppbewachsenen Hänge rauf und runter und in die Dickungen? Lassen sie sich schicken und grob einweisen oder mach ich den laut-schimpfenden Alleinanimateur? Und wie reagiert das Wild – können wir zur Strecke beitragen oder sind wir ein Störfaktor?

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Diese Fragen beantworteten sich alle positiv im Laufe des Treibens. Beide suchten unermüdlich um uns 2 Treiber herum, ließen sich in die Dickungen schicken welche sie fleißig durchstöberten um dann immer wieder zu mir zurück zu kehren. Beide machten, für mich sichtbar 2 Stücken Rotwild hoch, welches Chili lautstark verfolgte – ich habs wirklich sehen können wie sie lautgebend hinter dem Rotwild her lief. Sie jagte es wirklich kurz an und kam dann wieder zurück. Ich hörte sie vielleicht noch 2-3mal lautgeben im Laufe des Treibens – wusste aber nicht an was sie war. Milan war stumm hinter dem Wild, als er sichtig (auch das konnten wir beobachten) hinter Rehwild hinterher ging – auch er war wirklich sehr fix wieder zurück, so schnell hatte ich gar nicht mit ihm gerechnet, da er ja den steilen Hang wieder hochlaufen musste. Beide Hunde stöberten fleißig um uns herum, kamen an Wild, brachten es auf die Läufe und kamen immer wieder rasch zu mir zurück – leisteten also gute Stöberarbeit. Von denen die Chili & Milan gesehen haben wurden beide auch gelobt.

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Am Ende der Strecke lagen 1 Alttier (wurde als laufkrank angesprochen und erlegt), 4 Schmaltiere und 1 Frischling – letzteren fanden Chili & Milan erlegt vor einem Jäger. Bejagt wurden ca 600ha mit ca. 50 Jägern und 20 Treibern – Hunde dabei waren u.a. Dackel, Terrier, aber auch Pointer und Setter.

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Einziger Wehrmutstropfen am Ende der Jagd hinkte Chili mit dem Vorderlauf – wahrscheinlich hatte sie sich im schwierigen Gelände irgendwo vertreten. Aber nichts, was nicht heilen könnte.

~ von forsti am Januar 11, 2009.

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